Radio war immer da. Schon lange vor der Sprachkompetenz erwarb ich Radiokompetenz. Danke, Mama und Papa. In allen Radios zwischen Badezimmer und Küche liefen Kabarett und Kleinkunst. So musste ich lesen, anstatt wie meine Freunde Kassetten zu hören, da der akustische Luftraum von Liedermachern und der Dachkammermusik beherrscht wurde. Dieses schwere Schicksal verhieß schon früh eine zerrüttete Existenz. Nur eine Karriere als Journalist, Autor, Veranstaltungsmanager und Produktionsleiter versprach Rettung.
Heute läuft zwischen Badezimmer und Büro immer das Radio. Ich schreibe meist satirische Beiträge und Sendungen für verschiedene Sender, organisiere 24-stündige Lesungen, produziere kabarettistische Monatsrückblicke, organisiere für Kulturfestivals… kurz: Das Jugendtrauma wurde zum Erwachsenentraum.
